Barolo D.O.C.G. 2022 Gianfranco Alessandria
| PLU-Nr | | 80541 |
| Jahrgang | | 2022 |
| Weinart | | Rotwein |
| Land | | Italien |
| Anbaugebiet | | Piemont |
| Region | | D.O.C.G. Barolo |
| Erzeuger/Abfüller | | Gianfranco Alessandria |
| Erzeuger/Winzer | | Gianfranco Alessandria, Manzoni 13, IT-12065 Monforte D’alba |
| Rebsorte | | Nebbiolo (100%) |
| Prädikat | | D.O.C.G. |
| Geschmacksrichtung | | Trocken |
| Alkoholgehalt | | 14,00 % |
| Verkaufseinheit | | 0.75 Liter |
| Preis/Grundeinheit | | 50,00 € / Liter |
Beschreibung
Der Barolo von Gianfranco Alessandria ist ein klassisch geprägter Nebbiolo, der die konzentrierte Anlage des Jahrgangs mit bemerkenswerter Klarheit verbindet. Die außergewöhnlich warme und trockene Vegetationsperiode führte zu kleinen, physiologisch reifen Trauben und einem Wein mit früher Ausdruckskraft und dichter Struktur. Zugleich sorgen präzise Weinbergsarbeit, eine tragende Säure und feinkörnige Gerbstoffe dafür, dass der Barolo nicht schwer wirkt. So zeigt sich der 2022er bereits zugänglich, bleibt jedoch straff genug für eine lange und harmonische Entwicklung.
Weingut & Philosophie:
Gianfranco Alessandria führt in Monforte d’Alba eine kleine Familienweinkellerei, deren Arbeit von handwerklicher Sorgfalt und einem klaren Bezug zur Herkunft geprägt ist. Im Weinberg stehen beständige Pflege, eine aufmerksame Begleitung der Reben und selektive Handlese im Mittelpunkt. Die Kellerarbeit folgt einem klassisch orientierten Verständnis von Barolo: Nicht einzelne Komponenten sollen hervortreten, sondern Frucht, Säure und Gerbstoffe zu einem ausgewogenen, langlebigen Gesamtbild zusammenfinden. Das Ziel sind charaktervolle Weine mit struktureller Klarheit, die Rebsorte, Herkunft und Jahrgang transparent abbilden.
Herkunft & Terroir:
Die Nebbiolo-Trauben stammen aus Weinbergen rund um Monforte d’Alba, einem Gebiet, das für fest strukturierte, tiefgründige und langlebige Barolo bekannt ist. Kalkhaltige Ton- und Mergelböden verleihen dem Wein eine klare Säureführung, mineralische Spannung und ein präzises Gerbstoffgerüst. Unterschiedliche Parzellen ergänzen sich dabei zu einem ausgewogenen Herkunftsbild: kraftvoll genug für die typische Monforte-Struktur, aber mit jener Feinheit und Beweglichkeit, die den Stil von Gianfranco Alessandria prägt. Im trockenen Jahr 2022 halfen tief wurzelnde Reben und die Speicherfähigkeit der Böden, die Reife gleichmäßig fortzuführen und die innere Balance zu erhalten.
Vinifikation & Ausbau:
Die selektiv gelesenen Trauben durchlaufen eine ausgedehnte Maischegärung mit kontrollierter, moderater bis intensiver Extraktion. Ziel ist es, die charakteristischen Gerbstoffe des Nebbiolo vollständig zu erfassen, ohne ihre feinkörnige Qualität zu verlieren. Nach der vollständigen malolaktischen Gärung reift der Wein 24 Monate in französischen Eichenfässern, von denen 30 % neu sind. Der maßvolle Neuholzanteil formt die Struktur, unterstützt die Reife und gibt dem jungen Barolo zusätzliche Ruhe, ohne die Herkunft oder die konzentrierte Jahrgangsprägung zu überdecken.
Sensorik & Geschmack:
In der Nase zeigt sich der Barolo klassisch und vielschichtig: Rote Kirsche, getrocknete Himbeere und Walderdbeere werden von floralen Akzenten, Unterholz, getrockneten Kräutern und feiner Lakritzwürze begleitet. Erdige und mineralische Anklänge geben dem Duft Tiefe, während das Holz bereits gut eingebunden wirkt. Am Gaumen präsentiert sich der Wein schlank bis mittelschwer, aber mit klarer Präsenz. Die ausgeprägte Säure sorgt für Spannung und Länge, das feste, feinkörnige Tanningerüst gibt Halt und Entwicklungsspielraum. Die Textur bleibt fokussiert, der Abgang lang und würzig. Noch jugendlich, zeigt der Wein bereits eine überzeugende Balance zwischen Konzentration, Präzision und Reifefähigkeit.
Speisenempfehlung:
Die klare Säure und das feste, feinkörnige Tannin passen besonders gut zu geschmorter Ochsenbacke mit gebackenem Sellerie und einer reduzierten Kräuterjus. Die saftige Textur des Fleisches bindet die Gerbstoffe, während die erdige Beilage die herbe Tiefe des Weins aufnimmt. Eine ebenso stimmige Alternative ist Lammrücken mit schwarzer Olive, Aubergine und Rosmarin, dessen mediterrane Würze die konzentrierte Art des Jahrgangs begleitet. Vegetarisch empfiehlt sich ein kräftig gerösteter Blumenkohl auf Linsenragout mit Pilzen und gereiftem Pecorino. Zum Abschluss bietet ein alter Bra Duro genügend Substanz für den langen, strukturierten Nachhall.
Fazit:
Der Barolo 2022 von Gianfranco Alessandria ist ein klassisch strukturierter und langfristig angelegter Wein, der die kraftvolle Herkunft von Monforte d’Alba mit der konzentrierten Reife des Jahrgangs verbindet. Trotz der warmen, trockenen Bedingungen bleibt sein Aufbau klar und ausgewogen: Eine tragende Säure, feinkörnige Tannine und mineralische Spannung geben der reifen Substanz Kontur. Die traditionelle Vinifikation und der kontrollierte Holzausbau formen den Wein, ohne seinen Herkunftscharakter zu überlagern. Bereits heute nachvollziehbar und zugänglich, besitzt er genügend Rückgrat für ein Genussfenster von etwa sechs bis zwanzig Jahren und kann sich bei optimaler Lagerung darüber hinaus positiv entwickeln.